Im Eisenbahnverkehr

d├╝rfen gef├Ąhrliche G├╝ter sowohl im St├╝ckgut- als auch im Wagenladungs- oder Ganzzugverkehr bef├Ârdert werden.
 


Wagenladungen, Ganzz├╝ge:
Im Wagenladungsverkehr werden Frachtsendungen, die mindestens einen beladenen G├╝terwagen ausmachen, durch die Eisenbahngesellschaften bef├Ârdert. Ein solcher Waggon kann sowohl ein Kesselwagen (f├╝r gef├Ąhrliche Fl├╝ssigkeiten oder Gase) oder ein offener Waggon (ggf. mit Plane abgedeckt) f├╝r feste gef├Ąhrliche Stoffe oder auch ein gedeckter Wagen (f├╝r St├╝ckg├╝ter wie F├Ąsser, Kannen, Kisten, Kartons etc.) sein.
 


Unter einem Ganzzug versteht man die Bef├Ârderung einer Frachtsendung in Form eines kompletten Zuges, zum Beispiel bestehend aus einer gro├čen Anzahl von Kesselwagen.

Eisenbahn- St├╝ckgutverkehr:
In Deutschland d├╝rfen gem├Ą├č aktueller Vorschriftenlage prinzipiell bei allen Eisenbahngesellschaften - auch den sogenannten NE-Bahnen oder Privatbahnen - gef├Ąhrliche G├╝ter als St├╝ckgut bef├Ârdert werden. Wie umfangreich der Eisenbahn-St├╝ckgutverkehr fr├╝her einmal gewesen ist, kann man daran ablesen, dass in der St├╝ckgut- Umladehalle des Bahnhofes Wanne-Eickel einstmals 352 G├╝terwaggons gleichzeitig be- und entladen werden konnten. Heute ist diese Umschlagshalle l├Ąngst stillgelegt und der Eisenbahn-St├╝ckgutverkehr spielt sp├Ątestens seit der Ausgliederung des einst umfangreichen St├╝ckgutgesch├Ąftes aus dem damaligen staatseigenen Unternehmen (Deutsche Bundesbahn, sp├Ąter Deutsche Bahn AG) praktisch keine Rolle mehr. Das St├╝ckgut-Frachtaufkommen der fr├╝heren Bundesbahn wurde im Laufe der Jahre vollkommen auf die Stra├če verlagert.

Bemerkungen dazu:
Zun├Ąchst gelangte das St├╝ckgutgesch├Ąft in die H├Ąnde der damaligen ┬╗Bahntrans┬ź-Spedition (zun├Ąchst Thyssen, sp├Ąter ┬╗ABX┬ź-Konzern, Teil der belgischen Staatsbahn SNCB). Nachdem ABX Logistics Deutschland im April 2006 das konzerneigene St├╝ckgutnetz aufl├Âste, gingen gro├če Teile des Sendungsvolumens an die St├╝ckgut-Kooperation ┬╗Cargoline┬ź, andere Teile wurden in das Netz der Spedition Gefco (Gefco CargoConcept) integriert. Wie sich jedoch wiederholt zeigte, ist die Verlagerung des St├╝ckgutvolumens auf die Stra├če allein noch lange kein Garant f├╝r wirtschaftlichen Erfolg: Auch Gefco zog sich gegen Ende 2007 aus dem Netzbetrieb eines deutschen St├╝ckgut- Systemverkehres zur├╝ck.
 


Eisenbahn-Expressgutverkehr:
Auch der einstmals bedeutende Expressgutverkehr ist heutzutage in Deutschland auf die Stra├če abgewandert. Dennoch besteht nach Vorschriftenlage immer noch die M├Âglichkeit, bestimmte Kleinmengen gef├Ąhrlicher G├╝ter als Expressgut im Eisenbahnverkehr zu bef├Ârdern.

Kombinierter Verkehr:
Eine Besonderheit im Eisenbahn-Frachtverkehr ist der kombinierte Verkehr, in welchem auch mit gef├Ąhrlichen G├╝tern beladene Stra├čenfahrzeuge, Container oder Wechselbeh├Ąlter per Kranumschlag auf Bahnwaggons verladen und anschlie├čend per Eisenbahn bef├Ârdert werden.

Vorschriften:
Die Bef├Ârderung gef├Ąhrlicher G├╝ter im Eisenbahnverkehr unterliegt dem ├ťbereinkommen ├╝ber den internationalen Eisenbahnverkehr (Convention relative aux transports internationaux ferroviaire, COTIF). Die erste Fassung des COTIF stammt aus dem Jahre 1890. Nach der letzten ├änderung (COTIF 1999) regelt der Anhang C die internationale Eisenbahnbef├Ârderung gef├Ąhrlicher G├╝ter (RID, Reglement concernant le transport international ferroviaire des marchandises dangereuses).
 


In Deutschland gelten dar├╝ber hinaus das Gefahrgutbef├Ârderungsgesetz und die Gefahrgutverordnung GGVSEB. Erg├Ąnzend sind die jeweiligen Allgemeinen Gesch├Ąftsbedingungen (AGB) der Eisenbahngesellschaften (neben der Deutschen Bahn AG auch die der jeweiligen ausl├Ąndischen und inl├Ąndischen Eisenbahngesellschaften (z.B. SNCF, OHE etc.) sowie die Richtlinien der Eisenbahnen zur Ladungssicherung (nicht Tank) zu beachten.

In Osteuropa wurden von der OSShD (Organisation f├╝r die Zusammenarbeit der Eisenbahnen (Bemerkung: der fr├╝heren RGW-Staaten bzw. Ostblock-L├Ąnder)) eigene Vorschriften f├╝r die Bef├Ârderung gef├Ąhrlicher G├╝ter per Eisenbahn ver├Âffentlicht, insbesondere die Anlage II zum SMGS (├ťbereinkommen ├╝ber den internationalen Eisenbahnverkehr - Soglaschenje Meshdunarodnoje Grusowoje Ssoobschtschenije). Arbeitssprachen der OSShd sind russisch und chinesisch. Einige Staaten wie z.B. Polen, Tschechien, Slowakei, Lettland, Litauen, Ungarn, Rum├Ąnien, Bulgarien und Iran haben sowohl das COTIF-├ťbereinkommen (mit RID), als auch das SMGS gezeichnet. In diesen Staaten sind derzeit beide Vorschriften zur Bef├Ârderung gef├Ąhrlicher G├╝ter per Eisenbahn anwendbar.
 


Gefahrgut per Eisenbahn:
Vorfahrt f├╝r einen feinen Zug.