Per Post- und Expressverkehr kann (abhĂ€ngig von BeförderungsgĂŒtern, Mengenbegrenzungen, Dienstleistern und Service- Vereinbarungen) Gefahrgut befördert werden.

Kurier- und Expressdienste:
Bei der Beförderung im Kurier-, Express-, Paketdienst (KEP) gelten insbesondere die allgemeinen GeschÀftsbedingungen (AGB) und Beförderungsbedingungen der jeweiligen Kurier- und Expressdienstleister wie z.B. DHL, UPS, TNT, FedEx, GdSK, DPD, GEL, GO! General Overnight, Fastway etc.
 

Die Beförderung gefĂ€hrlicher GĂŒter - insbesondere im Expressverkehr - kann durch AGB der Expressdienstleister ausgeschlossen sein. Einer der GrĂŒnde fĂŒr BeförderungsauschlĂŒsse liegt darin begrĂŒndet, dass insbesondere die schnellen Produkte im internationalen KEP- (Kurier-, Express- u. Paket-) Markt vielfach auf der schnellen Luftfracht basieren. Damit unterliegen automatisch alle diese Gefahrgutsendungen den Sicherheitsanforderungen der ICAO-TI / IATA-DGR, insbesondere hinsichtlich Verpackung, Dokumenation, Handling, Gefahrgut-Annahmekontrollen und der Ausbildung des Personals der Versender, Agenten und Beförderer. Gerade in zeitkritischen Verkehren des KEP-Marktes können sich sicherheitsrelevante Anforderungen (z.B. der ICAO-TI bzw. IATA-DGR) jedoch kontraproduktiv auf die extrem verschlankten und auf kĂŒrzeste Durchlaufzeit getrimmten Arbeitsprozesse auswirken. Das kann  Expressdienstleister dazu bewegen, teilweise ganz bewusst auf die Mitnahme von gefĂ€hrlichen GĂŒtern zu verzichten, um aufwĂ€ndig optimierte Prozesse schlank und Transitzeiten kurz zu halten.

Dennoch können ggf auch gefĂ€hrliche GĂŒter - abhĂ€ngig von Dienstleister, Service und kundenspezifischem Sendungsaufkommen - im internationalen Kurier-, Express- und Paketmarkt versendet werden. In aller Regel sind dazu jedoch zuvor spezielle Sondervereinbarungen abzuschliessen, die eine gĂŒltige Zertifizierung der Versender nach
ICAO-TI bedingen (vgl Informationen zu Zertifikatstrainings PK 1 (Versender) auf dieser Webseite.
 


FĂŒr die großen Paket- und Frachtströme kommen bei einigen der sogenannten »Integrators«, insbesondere bei Federal Express, United Parcel Service, TNT und DHL, eigene Frachtflugzeuge zum Einsatz. Das gilt sowohl fĂŒr die raumgreifenden interkontinentalen Transporte als auch fĂŒr innereuropĂ€ische FlĂŒge. Die großen Integrators bedienen sich dabei sogenannter Hubs im Rahmen von Hub and Spoke-Verkehren (Nabe-Speiche-Verkehre). UPS bedient Köln-Wahn, auch FedEx benutzt ein neues Hub in Köln, TNT fliegt auf LĂŒttich und DHL bevorzugt heute Leipzig/Halle als internationale Drehscheibe. Der Zu- und Ablauf zu den zentralen UmschlagplĂ€tzen kann sowohl durch schnelle Trucking-Dienste als auch spezielle Feeder-Dienste im Luftverkehr erfolgen.
Gerade international kann im Feeder-Dienst FluggerĂ€t der unterschiedlichsten GrĂ¶ĂŸen eingesetzt sein: Von der einmotorigen Cessna ĂŒber zweimotorige Fokker-Turboprops bis hin zu »ausgewachsenen DĂŒsenflugzeugen«.
 


Die Luftflotten einiger Kurier-, Express- und Paketdienste haben mittlerweile eine signifikante GrĂ¶ĂŸe erreicht: Die 1973 gegrĂŒndete Federal Express (FedEx) war durch Übernahme der legendĂ€ren Nur-Frachterfluggesellsellschaft »Flying Tigers« zur grĂ¶ĂŸten Fracht-Airline der Welt geworden. FedEx bediente bereits um das Jahr 2003 mit 652 Flugzeugen weltweit 210 LĂ€nder. Der 1907 gegrĂŒndete United Parcel Service (UPS) kaufte schon im Jahre 1981 sein erstes Flugzeug. Bereits um das Jahr 2002 betrieb United Parcel Service die damals elftgrĂ¶ĂŸte Fluglinie der Welt und hatte 597 Flugzeuge in Betrieb, davon waren immerhin 253 Maschinen sogenannte “Browntails” i.d. Unternehmensfarben von UPS. Auch DHL bedient sich bereits seit lĂ€ngerer Zeit einer konzerneigenen Luftflotte und betreibt diese seit Jahren vom neuen deutschen Frachter- und KEP-Drehkreuz Leipzig/Halle. An der bedeutenden Stellung der Integrator-Luftflotten im weltweiten Luftfrachtmarkt kommt heute niemand mehr vorbei. Das gilt insbesondere in diesen Zeiten, in denen passageorientierte Luftverkehrsgesellschaften ihre Nurfrachtflugzeuge aus RenditegrĂŒnden ausmustern oder vorĂŒbergehend stillsetzen.

Doch im weltweiten KEP-Verkehr gibt es nicht nur Rennstrecken: Geringere Sendungsvolumina in aufkommensschwachen Relationen werden von den Express- und Paketdienstleistern auf den regelmĂ€ĂŸig verkehrenden Linienmaschinen der bekannten Airlines verladen. Im Gegenzug nehmen die Maschinen der Integrators durchaus auch “normale” Luftfracht mit, sofern freie KapazitĂ€ten an Bord vorhanden sind.

Gefahrgut-Versender im Kurier-, Express-, Paketmarkt mĂŒssen berĂŒcksichtigen, dass in Ihrem Werk zwar immer ein Straßenfahrzeug die Sendung abholt, doch der weitaus grĂ¶ĂŸte Teil der Transportstrecke kann ggf im Luftverkehr zurĂŒckgelegt werden. Das gilt insbesondere bei Langstrecken mit kurzen Express-Zustellzeiten. Daher können bei einem solchen Transport auch fĂŒr das Versenderpersonal zwingend die Ausbildungsanforderungen der ICAO-TI / IATA-DGR bzw. in Deutschland ergĂ€nzend die Ausbildungsbestimmungen des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA), veröffentlicht in den Nachrichten fĂŒr Luftfahrer (NfL), anwendbar sein (Zertifikatspflicht).
 

Postverkehr:
Beim Paket- Postversand gefĂ€hrlicher GĂŒter innerhalb der Bundesrepublik Deutschland gelten die Regelungen fĂŒr die Postbeförderung von gefĂ€hrlichen Stoffen und GegenstĂ€nden der Deutschen Post AG (aufgrund der Zugehörigkeit der Deutschen Post (bzw der ehemaligen Deutschen Bundespost) zum DHL- Konzern seit dem 1.7.2003 die Regelungen fĂŒr die Postbeförderung von gefĂ€hrlichen Stoffen und GegenstĂ€nden der DHL Express (jeweilige aktuelle Fassung)).
Im innerdeutschen Briefdienst ist der Versand gefĂ€hrlicher Stoffe und GegenstĂ€nde stark eingeschrĂ€nkt. Nur wenige Ausnahmen sind erlaubt, insbesondere im Rahmen der Beförderung sogenannter ‘briefĂ€hnlicher Sendungen’.
Im internationalen Postversand, insbesondere per Luftpost, ist der Versand von Gefahrgut bis auf ganz wenige Ausnahmen verboten.
Auch die Verbindungen im innerdeutschen Postdienst basieren oftmals auf Nachtflugverbindungen zwischen den großen deutschen VerkehrsflughĂ€fen. Dabei dient das internationale Postverteilzentrum der Deutschen Post AG am Flughafen Frankfurt/Main als zentrales Hub.

e-logistics und gefĂ€hrliche GĂŒter:
Auch die E-Logistics in nationalen oder internationalen B2B/B2C- GeschĂ€ften kennen den Versand gefĂ€hrlicher GĂŒter, beispielsweise im KosmetikgeschĂ€ft oder im Bau-, Heimwerker-, Fahrzeugzubehör- u. Gartenmarkt. Die in diesen Versandhandelsbranchen vielfach in begrenzten Mengen versendeten gefĂ€hrlichen GĂŒter umfassen z.B. entzĂŒndliche ParfĂŒms, Aftershaves etc., Spraydosen aller Art, ZĂŒndhölzer, Feuerzeuge, GrillanzĂŒnder, Klebstoffe, Insektizide u.s.w. Die AufzĂ€hlung lĂ€sst sich beliebig verlĂ€ngern.

FĂŒr die e-logistics gefĂ€hrlicher GĂŒter ist spezielles Gefahrgut-Know-how - insbesondere im Procurement und Fulfillment - unverzichtbar. Gerade die KEP-Delivery stellt regelmĂ€ĂŸig hohe Anforderungen an Ware und Verpackung, insbesondere der gefĂ€hrlichen GĂŒter. DarĂŒber hinaus ist zu berĂŒcksichtigen, dass nicht alle KEP-Dienstleister Gefahrgut akzeptieren bzw. ĂŒber die behördlichen Gefahrgutvorschriften hinausgehende Restriktionen in Form von AGB bestehen. Alpha Gefahrgut Consulting berĂ€t Unternehmen entlang der Supply Chain bei der Identifizierung (ggfs. Vermeidung) von gefĂ€hrlichen GĂŒtern sowie der sicheren Beförderung von gefĂ€hrlichen GĂŒtern. Nach besonderer vertraglicher Vereinbarung ĂŒbernimmt Alpha Gefahrgut Consulting in virtuellen Unternehmen die Aufgaben eines externen Gefahrgutbeauftragten oder im Rahmen einer E-Logistics-Partnership for Dangerous Goods die Planung, Steuerung, Organisation, Kontrolle und FĂŒhrung der Gefahrgut-Prozesse entlang der Supply Chain und der Reverse Logistics.
Spezielle
Seminarangebote fĂŒr die Beförderung gefĂ€hrlicher GĂŒter im Post- und KEP-Dienst, insbesondere fĂŒr Verantwortliche und BeschĂ€ftigte im Versandhandel, runden das Ausbildungsangebot der Alpha Gefahrgut Consulting ab.

Ergo:
Auch im Post- und Expressverkehr kann ggf - abhÀngig von Dienstleister und Service- Vereinbarungen - teilweise Gefahrgut versendet werden.

Alpha Gefahrgut Consulting:
bietet
Seminare, Workshops zur Beförderung gefĂ€hrlicher GĂŒter im KEP-Dienst (KEP = Kurier, Express, Paket), speziell fĂŒr Personal im Versandhandel bzw E-Commerce und Post-, Paket- und Expressdienst an.
 

 

Die ganz großen Namen der Expressgutbranche sind heute: UPS, DHL, FedEx, TNT.

Wer kennt sie noch, die ehemals großen Namen, Farben und Logos von Expressfracht- Pionieren wie Emery Worldwide, Flying Tigers und Co.?

Es ist noch gar nicht so lange her, dass diese Unternehmen noch erfolgreich und eigenstÀndig am Expressfrachtmarkt agierten, doch im schnellebigen Express- GeschÀft ist auch das schon Historie, vorbeigeflogen, vergessen...

Die legendĂ€ren “Tigers” fliegen lĂ€ngst fĂŒr FedEx, die Emery Worldwide wurde ein Teil des UPS und die DHL- GrĂŒndungsfarben sind ebenso passe wie die unten abgebildete B727-200F (als Reminiszenz an frĂŒhere Expressfracht).